Die Urlaubs- und Ferienzeit stellt für viele Familien die schönste Zeit des Jahres dar. Fernab von alltäglichen Problemen wird endlich die nötige Ruhe gefunden, um gemeinsame Momente mit den eigenen Kindern zu genießen.

Doch gerade in diesem Zusammenhang erwachsen für geschiedene bzw getrennt lebende Elternteile emotionale und organisatorische Herausforderungen, die es durch sinnvolle und fristgerechte Planung im Sinne des Kindeswohls zu bewältigen gilt.

Wurde einem Elternteil die alleinige Obsorge übertragen, räumt das österreichische Kindschaftsrecht  dem anderen das Recht auf regelmäßige und den Bedürfnissen des Kindes entsprechende persönliche Kontakte (vormals Besuchsrecht) ein.

Deren Ablauf sollen bestenfalls außergerichtlich und einvernehmlich zwischen den Beteiligten im Rahmen einer sog. „Kontaktrechtsvereinbarung“ geregelt werden. Leitgedanke hat hier stets das Wohl des Kindes zu sein.

Sind beide Elternteile mit der Obsorge über das minderjährige Kind betraut, so muss vorab entschieden werden, welcher Elternteil das Kind hauptsächlich betreut. Für die Urlaubszeitgestaltung kann darauf aufbauend eine Ferienzeitvereinbarung getroffen werden.

Eine Urlaubskontaktrechts- bzw Ferienzeitvereinbarung ermöglicht beiden Elternteilen jeweils mit den eigenen minderjährigen Kindern auch über einen längeren Zeitraum zusammen zu sein und kann dabei das übliche Kontaktrecht oder die gewohnten Regelungen für die Dauer des Urlaubes außer Kraft setzen. Die Gestaltungsmöglichkeiten der Vereinbarungen hängen von Faktoren des jeweiligen Einzelfalls ab, wie:

  • Alter des Kindes
  • Beziehungsintensität zum nicht hauptsächlich betreuenden Elternteil
  • Lebensumstände der getrennt lebenden Elternteile

Die Ausgestaltung einer solchen Urlaubskontaktrechts- und Ferienzeitvereinbarung kann sich beispielsweise als zwei-bis dreiwöchiger Sommer- bzw. Winterurlaub mit dem minderjährigen Kind und dem nicht im selben Haushalt lebenden Elternteil darstellen.

Für die Wirksamkeit einer solchen Vereinbarung ist zu beachten, dass  die Modalitäten der Ausübung der Urlaubskontaktrechts- und Ferienzeitvereinbarung genau geregelt sind. Damit der Urlaubsvorfreude somit nichts im Wege steht, empfiehlt es sich daher, den Urlaub bereits ein halbes Jahr im Voraus zu planen, um so das Urlaubskontaktrecht bzw. die gemeinsame Ferienzeit terminlich genau zu fixieren. Im Zuge der Urlaubsplanung sind rechtlich im Detail wesentliche Aspekte und Fragestellungen zu klären, beispielsweise:

  • die fristgerechte Aushändigung der Reisedokumente des minderjährigen Kindes
  • die Möglichkeit, Urlaubskosten auf den Kindesunterhalt anzurechnen?
  • Verbot bestimmter Reiseziele?
  • (Schaden-)Ersatz bei Nichteinhaltung der getroffenen Urlaubskontaktrechts- und Ferienzeitvereinbarung?

Kontaktieren Sie mich – Ich unterstütze Sie sehr gerne bei der Erstellung einer Kontaktrechts- und Ferienzeitvereinbarung und berate Sie in allen damit zusammenhängenden rechtlichen Fragestellungen, auf dass Sie die wertvollste Zeit des Jahres mit Ihren Kindern in vollen Zügen genießen können.

Rechtsanwalt Jakob Weinrich

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Rechtsanwalt Mag. Jakob Weinrich, LL.M. (London)
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